U23-Weltmeisterschaften in Duisburg (GER) | Rennbilanz von Aurelia Benati und Noah von Tavel

Aurelia Benati und Flurina Parrillo (Seeclub Sempach): 5. Platz im B-Finale – solide Basis für die Europameisterschaften

Aurelia Benati und Flurina Parrillo starteten im Doppelzweier der Frauen. Dem Wettkampf war ein intensives Trainingslager vorausgegangen, aus dem das Duo wichtige Erkenntnisse für die U23-Weltmeisterschaft mitnahm. Ihr Ziel war klar: der Einzug ins A-Finale.

Im Vorlauf erwischten Aurelia und Flurina einen guten Start. Die favorisierten Boote aus Polen und Frankreich waren von Beginn an etwas schneller und wurden ihrer Rolle gerecht. Dennoch konnten Aurelia und Flurina auf der ersten Streckenhälfte lange mithalten – auch dank einer stabilen Umsetzung. Das Rennen wurde durch die Bedingungen zusätzlich erschwert: Starker Gegenwind machte jede Phase anspruchsvoll und erforderte eine besonders präzise Abstimmung.

Trotz einer spürbaren Leistungssteigerung verpassten Aurelia und Flurina im Halbfinale knapp den Einzug ins A-Finale. Am Samstag gingen sie daraufhin im B-Finale an den Start. Mit einer leicht angepassten Renntaktik und dem Fokus auf die zweite Streckenhälfte konnten sie ihre Pläne jedoch nicht vollständig umsetzen und belegten schliesslich den fünften Platz.

Die Konkurrenz im Doppelzweier der Frauen war in diesem Jahr besonders stark. Mehrere Nationen bauen ihre Programme seit Langem kontinuierlich auf hohem Niveau aus, wodurch das Teilnehmerfeld insgesamt sehr eng und die Leistungsdichte besonders hoch war. Vor diesem Hintergrund war klar, dass es für das Duo schwierig werden würde, das Tempo der schnellsten Boote über die gesamte Distanz mitzuhalten.

Trotz des nicht ganz erreichten Ziels blicken Aurelia und Flurina zufrieden auf die Fortschritte, die sie in dieser Saison erzielt haben. Für Aurelia war es zudem die erste Saison in der U23-Kategorie – ein wichtiger Schritt und eine wertvolle Erfahrung. Die Erkenntnisse aus Duisburg nehmen beide als solide Grundlage für die Europameisterschaften später in diesem Jahr sowie für die kommenden Saisons mit.

 

Noah von Tavel und Ondrej Zedka (Lausanne Sports, Section Aviron): 4. Platz im D-Finale – enttäuschendes Ergebnis mit wertvollen Erkenntnissen für die Zukunft

Gemeinsam mit Ondřej startete Noah im Doppelzweier der Männer. Insgesamt waren 24 Nationen in dieser Kategorie vertreten.

Im Vorlauf am ersten Wettkampftag erreichten sie in ihrer Serie den fünften Platz. Die dabei gefahrene Zeit reichte jedoch nicht aus, um sich für die nächste Runde unter den besten zwölf Nationen zu qualifizieren. Entsprechend blieb ihnen der Weg ins A- und B-Finale verwehrt. Sie mussten sich im weiteren Verlauf mit dem D-Finale begnügen und belegten dort den vierten Platz.

Sportlich zeigte sich dennoch eine positive Entwicklung: Sie nahmen einen spürbaren Leistungssprung aus dem WM-Trainingslager mit und verbesserten ihr Zusammenspiel, was sie auch bei der Weltmeisterschaft besser umsetzen konnten. Taktisch setzten sie auf eine starke Startphase und einen effizienten Streckenschlag. In den entscheidenden Abschnitten gelang es ihnen, das Tempo besonders stabil zu halten. Zeitweise mussten sie dabei jedoch gegen starken Gegenwind ankämpfen. Da bei World Rowing die gefahrene Zeit stärker gewichtet wird, hängt das Ergebnis unter solchen Bedingungen auch stärker von Wind und Wetter ab.

Ein Blick auf die Ergebnisse zeigte zudem, wie gross der Leistungsunterschied an der Spitze ist. Im Doppelzweier der Männer sicherte sich Portugal den U23-Weltmeistertitel. Über das gesamte Feld hinweg stachen ausserdem Nationen wie Grossbritannien, die USA und Australien hervor, da dort die Breite an leistungsstarken Athletinnen und Athleten besonders hoch ist, was zu einer entsprechend starken individuellen Klasse führt.

Für Noah und Ondrej war die U23-Weltmeisterschaft trotz der Ergebnisse, die nicht den eigenen Erwartungen entsprachen, nicht ohne Erkenntnisse. Für die anstehenden U23-Europameisterschaften für die sich die beiden noch qualifizieren müssen, gilt es nun, die gewonnenen Erkenntnisse konsequent und zielgerichtet umzusetzen.

 

Fotos: Bernhard Marbach